Ist es radikal alle Care-Arbeit selbst zu erledigen?


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Kerstin hat eigentlich einen anderen Namen, ist 55 Jahre alt und verheiratet. Jetzt, während der Pandemie, muss sie schauen, wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren kann. Nachdem Mitte März alle Bordelle geschlossen wurdenmussten sich die Betreiber ihren Weg aus dem Shutdown einzeln erklagen — in manchen Bundesländern blieben sie ganz geschlossen. Durch das erneute Verbot driftet die Branche jetzt zurück in informelle Strukturen — die sich immer mehr verfestigen. Auch die Angst, dass sich Kunden aus Scham nicht in die Kontaktlisten eintragen würden, habe sich nicht bestätigt. Die Situation blieb je nach Bundesland sehr unterschiedlich: Während der Berliner Senat schon im August erotische Dienstleistungen wieder erlaubte, mussten Bordellbetreiber andernorts den Weg über die Gerichte gehen. Für Nordrhein-Westfalen etwa kippte das Oberverwaltungsgericht Münster das Verbot sexueller Dienstleistungen erst im September. In Hessen und Mecklenburg-Vorpommern blieb Prostitution durchgehend verboten.

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Freie Radikale - die Ideenkolumne Ist es radikal, alle Care-Arbeit selbst zu erledigen? Viele Frauen können nur deshalb Karriere machen, weil sie Haushalt und Fürsorge auslagern — an weniger privilegierte Frauen. Gleichberechtigung erreicht man so nicht. Was könnte ein Umdenken bewirken? Zur unbezahlten Arbeit, die im Gegensatz zur Erwerbsarbeit auch als Care-Arbeit oder reproduktive Arbeit bezeichnet wird, zählen Tätigkeiten wie Putzen, Einkaufen, Rasenmähen, das Sich-Kümmern um Kinder oder die Pflege von Familienmitgliedern. Menschen organisieren unterschiedlich, wer wieviel von der unbezahlten Care-Arbeit übernimmt, und zusätzlich weicht stark voneinander ab, wieviel dieser Arbeit für eine Person überhaupt anfällt. Dass Care-Arbeit im öffentlichen Diskurs überhaupt als Arbeit bezeichnet wird, ist relativ kalkulieren. Denn abseits von feministischen Debatten und Wissenschaft, in denen die Verteilung und Bezahlung von reproduktiver Arbeit schon seit den Siebzigerjahren diskutiert werden, ist Allgemeinheit Sicht auf die unbezahlte Arbeit mehr immer geprägt von einem eindimensionalen Blick auf das, was Wirtschaft umfasst. Hinzu kommt eine stille Akzeptanz der zusätzlichen Arbeit, die vor allem von Frauen geleistet wird.

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